2011-12-07

Holidays Part Two


Fortsetzung von Holidays


Cairns

Nach dem Kakadu National Park sind wir von Darwin nach Cairns geflogen. Für Cairns und Umgebung haben wir uns ein voll gepacktes Programm ausgedacht (schlussendlich war es fast zuviel...).


Jucy Penthouse
In Cairns um die Mittagszeit angekommen sind wir mit dem Taxi gleich zum Campervermieter Jucy gefahren, um uns einen Vierplätzer mit Penthouse abzuholen. Penthouse heisst, auf dem Dach des Vans ist sowas wie eine Sargbox, die man zu einem kleinen Zelt aufklappen kann. Achtung: ist sehr eng da drin! Und zwei Personen können dann im Innern des Fahrzeugs schlafen. Eigentlich eine tolle Lösung, man muss sich nur eine Routine mit Umräumen des Gepäcks und Umklappen der Sitze aneignen. Am Ende des Urlaubs hat man das dann mehr oder weniger im Griff ;)

Nachdem wir uns mit dem Auto etwas angefreundet hatten, ging's als Erstes gleich zum Lake Placid Campground, welcher einer meiner Lieblingsplätze um Cairns herum geworden war. Ein ruhinger Campingplatz an einem sehr schönen kleinen See. Leider kann man da nicht mehr schwimmen, offenbar sind während meinem Jahr Abwesenheit Krokodile eingezogen. Das ist richtig, richtig schade!

Am späteren Nachmittag, nachdem wir etwas ausgeruht und frisch geduscht waren, sind wir zum Mangrove Boardwalk beim Flughafen gefahren. Ein bisschen Mangroven gucken, Schlamm riechen und Krebse beobachten.

Danach ging's erstmal zum Einkaufen! Wir mussten den Kühlschrank füllen. Das haben wir im Cairns Central erledigt, dem grossen Shopping Center im Zentrum von Cairns. Ja. Wie der Name schon sagt.

Wir haben uns die Zeit da drin vertrieben, weil da erstens schön gekühlt war. Zweitens waren wir nun ein Weilchen ab der Zivilisation gewesen. Das war eine kleine Abwechslung.

Nach dem Einkaufen wollten wir nicht mehr zuviel machen, sind also zurück zum Campingplatz. Einen kleinen Zwischenhalt bei einem Lookout, wo man sich Cairns von weit oben anschauen kann. Und dann noch einen kleinen Halt bei der Barron Gorge Power Station, wo aus dem starken Fluss Strom gemacht wird. Man läuft da auf einer superhohen Brücke und hat einen schönen Eindruck von der Barron Gorge (Schlucht).

Green Island

Green Island
Den nächsten Tag haben wir auf Green Island verbracht. Green Island ist eine kleine, voll touristische Insel. Man kann da Schnorcheln, Tauchen, Baden, mit riesigen Glashelmen unter Wasser laufen, Glasbodenbootfahren, etc. etc. Wir sind da nur schnorcheln gegangen (ich nur einige Minuten, habe angefangen zu frieren!) und sind rund um die Insel gelaufen, was ca. 45min dauert. Mitten auf der Insel hat es ein grosses Resort, das sah von aussen nicht schlecht aus. Und es hat einen Krokodilpark! Da wir genug Crocs im Kakadu gesehen hatten, haben wir das ausgelassen.

Es hat ein Restaurant, Bars, Souvenirläden, einen Swimmingpool (der hatte gerade Tauchanfänger insässig) und alles, was ein Touristenherz so begehrt.

Die Fahrt von und nach Cairns dauert rund eine Stunde. Und somit war ein Tag des Urlaubs auch schon wieder vorbei.

Kuranda


Für den nächsten Tag stand Kuranda auf dem Plan. Da der Ausflug aber nur geplant, jedoch nicht organisiert war, hatten wir beinahe die Zugfahrt nach oben verpasst! Glücklicherweise hat die Camping Reception aber gute Connections und wir waren mit noch mehr Glück gerade noch absolut superpünktlich. Der letzte Pickup ab Talstation der Skyrail geht um 8am und es war gerade 8am. Unser Rezeptionist rief den Bus an und siehe da, sie haben auf uns gewartet. Mit der Scenic Railway sind wir dann nach Kuranda hochgefahren. Die Fahrt dauert ca. eindreiviertel Stunden mit einem Zwischenhalt an den Barron Falls, welche in der Wet Season ganz eindrücklich sind. Jetzt war da halt ein schwacher Wasserfall, dennoch beeindruckt die Schlucht selbst schon ziemlich.



Kuranda Village ist eigentlich ziemlich schnell gesehen. Nicht sehr gross, aber wie Green Island auch, super touristisch. Und irgendwie ein kleines Hippiedorf. Nichtsdestotrotz ein Dorf, ich welchem ich mir ein Leben ganz gut vorstellen kann. Mitten im Regenwald gelegen, superschöne Grundstücke, ca. 30min von Cairns und dem Meer und ca. anderthalb Stunden von den Atherton Tablelands entfernt. Im Zentrum sind die berühmten Kuranda Märkte, allerdings war die Hälfte davon gar nicht geöffnet, da keine Hauptsaison war. Schade. Dafür haben wir bei einem in der Gegend sehr bekannten deutschen Wirt Thüringer Bratwürste mit einem der besten Kartoffelsalate, die ich je gegessen hatte, und Weisswürste zu uns genommen. Seb's Eltern waren froh, mal mit jemand Deutsch sprechen zu können.

Später haben wir uns den Australian Venom Zoo angeschaut. Das war für die Menge an Werbung, die sie machen, ziemlich erbärmlich. Das interessanteste war, selbst eine Black Headed Python zu halten.

Den Abschluss von Kuranda machte die Skyrail, die ungefähr 7km lange Seilbahn, die über dem Regenwald bis hinunter nach Smithfield fährt. Wo unser Auto auf uns wartete.

Palm Cove

Ich hatte mir überlegt, ob wir uns Yuppie Port Douglas anschauen sollten: Feine Restaurants, Hafen, Touristen, das volle Programm eben. Ich habe mich dann dagegen entschieden, ist es doch nichts anderes, als irgendwo sonst auf der Welt bei den Reichen mit ihren Häfen. Damit wir aber trotzdem eine Art Esplanade mit schönen Häusern und Essen in einem feinen Restaurant mit Blick aufs Meer geniessen können, alles einfach viel ruhiger, kleiner und trotzdem fein, sind wir nach Palm Cove gefahren und haben da auf dem günstigen Council Campground übernachtet.

Wir machten einen Spaziergang an der Esplanade entlang und sind auf dem Steg gewesen, welcher immer von Fischern besetzt ist. Gegessen hatten wir Steaks in einem schönen Steakhouse mit Live Musik. Das Essen war super lecker. Meins zumindest.

Cape Tribulation


Die Planung führte uns für die nächsten Tage nach Cape Tribulation. Wir sind also der Küste entlang nach Norden gefahren. Einen kurzen Halt haben wir am Rex Lookout gemacht, von welchem auch auch Gleitschirm- und Deltaflüge gemacht werden. Weiter ging es über die Wonga Beach (unendlich weiter und menschenleerer Sandstrand) nach Mossman, wo wir uns Mossman Gorge angeschaut hatten. Eine Schlucht mit riesigen Granitsteinen. Noch ein kurzer Einkauf und weiter gings Richtung Daintree. Mit der Daintree Ferry haben wir den Daintree River überquert, was die einzige Möglichkeit ist, um mit dem Auto nach Cape Tribulation zu gelangen.



Am frühen Nachmittag sind wir dann am Cape Tribulation Campground angekommen. Seb's Eltern wollten jetzt mal etwas ausruhen, nicht so viel unternehmen. Also sind wir an diesem Campground, welcher direkt am Meer liegt, zwei Nächte geblieben und haben nicht viel unternommen. Wir haben einen ausgedehnten Spaziergang am Strand entlang bis zum Cape Tribulation Heads gemacht, wo man eine schöne Aussicht auf eine Bucht hat. Einen kurzen Halt gemacht bei PK's Jungle Village, einem Backpacker Resort mit Campingplatz und kleinem Laden. Dort hatte man uns einen Fluss empfohlen, wo in letzter Zeit drei junge Krokodile gesichtet wurden. Also sind wir diesem Fluss entlang zu unserem Campingplatz gelaufen. Wir hatten keine Crocs gesehen, dafür aber eine kleine Tree Snake. Eine Schlange in freier Wildbahn. Am Abend haben wir ein kleines, feines BBQ am gemacht.



Am nächsten Tag wollten wir uns eine Teefarm anschauen. Irgendwie gab es die aber nicht so richtig, also sind wir direkt ins Discovery Centre gefahren. Das ist eine riesige Informationsstätte über den Regenwald. Da gibt es einen Skywalk, ein Steg, der etwa 10m über dem Boden durch den Wald führt. Man kann sich sowas wie Telefonhörer mit Zahlentasten mitnehmen und am Weg gibt es Nummernschilder. Dazu kann man jeweils am Hörer die Nummer eingeben und es wird erklärt, worum es sich hierbei handelt. Das informiert über Pflanze, Tiere, Lebensraum, etc. Auch in Deutsch. Dann gibt es ein Haus, in welchem ein paar ausgetopfte und auch in Formaldehyd eingelegte Tiere ausgestellt sind. Jede Menge Informationstafeln und -papiere, es laufen Videos, man kann sich Tonbänder anhören, etc. etc. Ein Turm geht bis fast über die Baumwipfel hinaus, sehr imposant das Ganze. Einheimische, die wir unterwegs mal getroffen hatten, meinten, das sei nicht so das Tolle. Aber für uns, welche mit dem Regenwald nicht so wirklich aufgewachsen sind, war es sehr informativ. Auch die Aufmachung war toll.



Dann am Nachmittag gingen wir ins Bat House. Ein kleines Haus mit einem Raum, welcher gefüllt war mit allem Wissenswerten rund um Fledermäuse. Der Eintritt kostet $5, damit wir der Erhalt des Lebensraumes für die Fledermäuse finanziert. In einer Ecke hing dann auch eine Fledermaus, eine Fruit Bat, an einem Netz. Einfach so frei. Sie konnte offenbar nicht fliegen, hatte das nie gelernt. Also hängt sie so da und ist natürlich ein Anziehungspunkt für eintrittzahlende Touristen wie uns. Ist schon toll, sich so ein Tier nah anschauen zu können. Und ihn mit einem Stück Apfel zu füttern ;)

Unser Campingplatz hatte ganz neu einen Pizza Holzofen installiert. An diesem Abend gab es das erste Mal Pizza. Fast alle vom Campingplatz waren zugegen. Die Pizza schmeckte auch richtig lecker.

Die nächste Nacht verbrachten wir an Noah Beach. Das ist ein National Park Campground, das heisst, es hat gerade mal Plumpsklos und Wasser. Ansonsten keine weiteren Einrichtungen. Dafür kostet die Übernachtung pro Person lediglich $5. Und liegt unmittelbar am Strand. Man muss den Platz vorher buchen und bezahlen. Dann kriegt man einen Schein (kann man alles online machen und selbst ausdrucken), den hängt man dann ans Auto. Als wir aber an unserem Platz ankamen, stand da bereits ein Auto, das Zelt aufgestellt und voll eingerichtet. Ein Paar mit Kind. Als wir sagten, wir hätten für diesen Platz bezahlt und würden ihn gerne nutzen, fragte er, ob es uns was ausmachen täte, wenn sie das Zelt einfach nach hinten verschieben. Er würde das seit zehn Jahren so machen, dass er sich einfach hinstellt, würde sowieso nie kontrolliert.

Ich finds einfach unmöglich. Fünf Dollar sind ja weissgott kein Vermögen. Die Plätze werden schliesslich auch unterhaltet. Kein Wunder, dass viele Parks schliessen, weil viele Leute einfach zu geizig sind. Alles haben wollen, aber nichts dafür zahlen! Geiz ist geil, was für eine schwache Einstellung.


Anyway, am nächsten Tag sind wir nach Mareeba gefahren. Dort, beim Granit Gorge, kann man Wallabies füttern. Wallabies sind eine kleine Sorte von Känguruhs. Die sind ja sowas von niedlich! Und durch die ganze Fütterei sehr zutraulich. Sogar mitsamt ihrem kleinen Nachwuchs, der aus dem Beutel der Mama guckt.

Granit Gorge ist auch ohne die Wallaby Fütterung eine Attraktion. Riesige Granitsteine, durch die ein klarer Fluss fliesst, der zum Baden einlädt. Ausserdem wird da ein schöner Campingplatz unterhaltet.


So, das war jetzt mal der zweite Teil. Hier noch ein paar mehr Bilder:



Weiter geht's hier zum dritten Teil.

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